Häufig gestellte Fragen

Diese Webseite ist ein Informationsportal für alle, die sich über die Versorgungsqualität von sehr kleinen Frühgeborenen in deutschen Perinatalzentren informieren möchten. Sie richtet sich insbesondere an werdende Eltern, die ein sehr kleines Frühgeborenes erwarten. Für Ärzte dient die Webseite als Orientierungshilfe bei der Einweisung in ein geeignetes Perinatalzentrum. Mitarbeiter von Krankenkassen können die Webseite bei der Beratung für die Auswahl eines geeigneten Perinatalzentrums nutzen.
Bitte beachten Sie: Die Informationen auf perinatalzentren.org können nicht die Beratung durch einen Arzt ersetzen.

Auf dieser Webseite wird die Versorgungsqualität von sehr kleinen Frühgeborenen in deutschen Perinatalzentren vergleichend dargestellt.

Es wird folgendes abgebildet:

  • Risikoadjustierte Fallzahl
  • Überleben von Frühgeborenen (Gesamt)
  • Überleben von Frühgeborenen ohne schwere Erkrankung

Die Ergebnisse der Perinatalzentren werden als Balkendiagramme dargestellt. Nach Durchführung einer Suche können Sie mit dem Klick auf ein Krankenhaus dessen Detailergebnisse aufrufen. Zusätzlich finden Sie die Ergebnisse auch in Tabellenform gemäß QFR-RL.

Qualität in der Versorgung von Frühgeborenen bedeutet u.a., dass ein Frühgeborenes eine geeignete, seinem individuellen Zustand entsprechende Behandlung erhält. Was dies beinhaltet, ist in Standards und Empfehlungen festgeschrieben. Das Ziel ist es, dass die Frühgeborenen so gesund wie möglich überleben und Komplikationen vermieden werden. Eine geeignete Versorgung von Frühgeborenen setzt sich aus vielen verschiedenen Maßnahmen zusammen. Die einzelnen Aspekte der Versorgung können mit Hilfe von sogenannten Qualitätsindikatoren (= „Qualitätsanzeigern“) gemessen werden. Jeder Qualitätsindikator misst einen Teilaspekt von Qualität. Auf dieser Webseite werden zwei wichtige Qualitätsindikatoren der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener dargestellt. Sie beziehen sich auf das Überleben (gesamt und ohne schwere Erkrankung) von Frühgeborenen und sind ein Hinweis für die Qualität eines Perinatalzentrums. Zusätzlich wird die Risikoadjustierte Fallzahl dargestellt. Sie weist auf die klinische Erfahrung des Behandlungsteams hin. Sowohl das Überleben (gesamt und ohne schwere Erkrankung) als auch die Fallzahl sind risikoadjustiert dargestellt. Die Risikoadjustierung soll einen fairen Vergleich zwischen Krankenhäusern ermöglichen. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter Was bedeutet Risikoadjustierung?

Zur Beurteilung der klinischen Erfahrung des Behandlungsteams bei der Versorgung von sehr kleinen Frühgeborenen ist die Anzahl der behandelten Kinder (Fallzahl) wichtig. Die Fallzahl wird bei den Ergebnissen der Krankenhaussuche für jedes Krankenhaus angezeigt. Sie ist ein Durchschnittswert, der aus den Daten der letzten fünf Jahre gebildet wird. Es ist notwendig, die Fallzahl auch risikoadjustiert darzustellen. Dieses statistische Verfahren soll einen fairen Vergleich zwischen den Krankenhäusern ermöglichen. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter Was bedeutet Risikoadjustierung?

Ein wichtiges Ziel bei der Versorgung von sehr kleinen Frühgeborenen ist es, ihr Überleben sicherzustellen. Das Ergebnis bezieht sich auf alle lebend entlassenen Kinder innerhalb der letzten fünf Jahre. Dargestellt ist das Überleben von sehr kleinen Frühgeborenen eines Perinatalzentrums im Vergleich zum Bundesdurchschnitt.

Es ist wichtig den Wert für das das Überleben von sehr kleinen Frühgeborenen risikoadjustiert darzustellen. Dieses statistische Verfahren soll einen fairen Vergleich zwischen den Krankenhäusern ermöglichen. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter Was bedeutet Risikoadjustierung?

Ein wichtiges Ziel bei der Versorgung von sehr kleinen Frühgeborenen ist es, ihr Überleben sicherzustellen. Neben der Darstellung des Überlebens aller sehr kleinen Frühgeborenen in einem Perinatalzentrum wird auch das Überleben von sehr kleinen Frühgeborenen ohne schwere Erkrankung ausgewiesen. Dieser Indikator bezieht sich nur auf die Kinder, die ohne eine bestimmte schwere Erkrankung entlassen wurden. Hier werden vier Krankheiten von sehr kleinen Frühgeborenen berücksichtigt, die Langzeitfolgen nach sich ziehen können:

  • Nekrotisierende Enterokolitis (Darmerkrankung)
  • Schwere Hirnblutungen
  • Schwere Frühgeborenenretinopathie (Augenerkrankung)
  • Bronchopulmonale Dysplasie (Lungenerkrankung)

Die Ergebnisse beziehen sich auf die letzten fünf Jahre. Es ist wichtig, den Wert für das Überleben von sehr kleinen Frühgeborenen (ohne schwere Erkrankung) risikoadjustiert darzustellen. Dieses statistische Verfahren soll einen fairen Vergleich zwischen den Krankenhäusern ermöglichen. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter Was bedeutet Risikoadjustierung?

Ziel der Risikoadjustierung ist es, die Perinatalzentren auf faire Weise miteinander vergleichen zu können. Dies ist notwendig, weil es Merkmale von Patienten gibt (zum Beispiel Geschlecht oder Aufnahmegewicht), die das Behandlungs- ergebnis beeinflussen können. Auf diese Merkmale und deren Verteilung haben die Krankenhäuser keinen Einfluss. Vergleicht man die Behandlungsergebnisse der Perinatalzentren ohne Berücksichtigung der Patientenmerkmale, können diese den Vergleich verzerren.

Aus diesem Grund werden die Patientenmerkmale durch die sogenannte Risikoadjustierung statistisch ausgeglichen. Zur weiteren methodischen Verbesserung sollen zukünftig folgende Aspekte einbezogen bzw. verbessert werden:

  • Einbeziehung von vorgeburtlichen Risiken
  • Verbesserung der Dokumentation von Sterbefällen
  • Berücksichtigung von Komplikationen und Sterbefällen auch nach Verlegungen in ein anderes Krankenhaus

Ein Kind gilt als Frühgeborenes, wenn es vor Abschluss von 37 Schwangerschaftswochen geboren wird – also mindestens drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Wenn ein Kind vor 32 Schwangerschaftswochen auf die Welt kommt, wiegt es in der Regel weniger als 1.500 g.

In Deutschland gibt es verschiedene Arten von Krankenhäusern, in denen Frauen entbunden werden können. Diese Krankenhäuser unterscheiden sich im Grad ihrer Spezialisierung (Personal und Ausstattung). So können Schwangere und Neugeborene entsprechend ihrer medizinischen Bedürfnisse behandelt werden. Die Krankenhäuser werden hierfür in Versorgungsstufen eingeteilt:

  • Perinatalzentrum Level 1 (Versorgungsstufe 1)
  • Perinatalzentrum Level 2 (Versorgungsstufe 2)
  • Krankenhaus mit perinatalen Schwerpunkt (Versorgungsstufe 3)
  • Geburtsklinik (Versorgungsstufe 4)

Die Auswahl der geeigneten Versorgungsstufe sollten die Eltern gemeinsam mit dem behandelnden Arzt treffen. Weder die Ergebnisse von Geburtskliniken noch von Krankenhäusern mit perinatalem Schwerpunkt oder von außerklinischen Geburten werden auf dieser Webseite dargestellt. Perinatalzentren Level 1 können Kinder aus allen vier Versorgungsstufen behandeln. Perinatalzentren Level 2 können Kinder der Stufen 2, 3 und 4 versorgen. In einem Krankenhaus mit perinatalem Schwerpunkt (Versorgungsstufe 3) können Kinder der Versorgungsstufe 3 und 4 behandelt werden.
Die Geburt kann in einer Geburtsklinik (Versorgungsstufe 4) erfolgen, wenn eine Schwangerschaft ab 36+0 Schwanger- schaftswoche ohne zu erwartende Komplikationen vorliegt. Eine Geburt in einem spezialisierten Krankenhaus (Versorgungsstufe 1 bis 3) ist unter bestimmten Umständen notwendig. Hierunter fallen gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesauschuss:

Perinatalzentrum Level 1 (Versorgungsstufe 1):

  • Schwangere mit erwartetem Frühgeborenen mit einem geschätzten Geburtsgewicht unter 1250 Gramm oder mit einem Gestationsalter kleiner 29 + 0 Schwanger­schafts­wochen (SSW)
  • Schwangere mit Drillingen und mit einem Gestations­alter kleiner 33 + 0 SSW sowie Schwangere mit über drei Mehrlingen
  • Schwangere mit allen pränatal diagnostizierten fetalen oder mütterlichen Erkrankungen, bei denen nach der Geburt eine unmittelbare spezialisierte intensiv­medizinische Versorgung des Neugeborenen absehbar ist. Dieses betrifft insbesondere den Verdacht auf angeborene Fehlbildungen (z.B. kritische Herzfehler, Zwerchfellhernien, Meningomyelozelen, Gastroschisis)

Perinatalzentrum Level 2 (Versorgungsstufe 2):

  • Schwangere mit erwartetem Frühgeborenen mit einem geschätzten Geburtsgewicht von 1250 bis 1499 Gramm oder mit einem Gestationsalter von 29 + 0 bis 31 + 6 SSW
  • Schwangere mit schweren schwangerschafts­assoziierten Erkrankungen, z.B. HELLP- Syndrom (Hämolysis, Elevated Liver Enzymes, Low Platelets) oder Wachstumsretardierung des Fetus unterhalb des 3. Perzentils
  • Schwangere mit insulinpflichtiger diabetischer Stoffwechselstörung mit absehbarer Gefährdung für Fetus bzw. Neugeborenes

Perinataler Schwerpunkt (Versorgungsstufe 3):

  • Schwangere mit erwartetem Frühgeborenen mit einem geschätzten Geburtsgewicht von mindestens 1500 Gramm oder mit einem Gestationsalter von 32 + 0 bis kleiner oder gleich 35 + 6 SSW
  • Schwangere mit Wachstumsretardierung des Fetus (zwischen dem 3. Und 10. Perzentil des auf das Gestationsalter bezogenen Gewichts)
  • Schwangere mit insulinpflichtiger diabetischer Stoffwechselstörung ohne absehbare Gefährdung für Fetus bzw. Neugeborenes

Mitunter liegt das nächste Perinatalzentrum der geeigneten Versorgungsstufe nicht in unmittelbarer Wohnortnähe der werdenden Eltern. Das bedeutet zwar längere Anfahrtswege, sichert jedoch die optimale medizinische Versorgung Ihres Kindes. Aufgrund dessen arbeiten viele Zentren mit Krankenhäusern in der Region zusammen. Wenn es dem Frühgeborenen gesundheitlich so gut geht, dass es auf die Spezialisten im Perinatalzentrum nicht mehr angewiesen ist, wird das Kind in ein Krankenhaus am Wohnort der Familie verlegt. Auch die Verlegung aus einem Zentrum der höchsten Stufe in ein wohnortnahes Perinatalzentrum Level 2 ist möglich, falls ein Frühgeborenes noch entsprechenden Unterstützungsbedarf hat. Welche Krankenhäuser miteinander kooperieren, können Sie bei den Krankenhäusern erfragen.

Ein Perinatalzentrum (perinatal = um die Geburt herum) ist eine Einrichtung für die Versorgung von Schwangeren sowie Früh- und Neugeborenen. Diese Krankenhäuser sind von ihrer Ausstattung und ihrem Personal auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patientengruppe ausgelegt. Welche dies im Detail sind, ist seit 2006 in einer Richtlinie des Gemeinsamen Bundesauschuss definiert. In folgenden Fällen sollte die Geburt in einem Perinatalzentrum stattfinden:

  • Schwerwiegende Erkrankung der Schwangeren
  • Schwangerschaftskomplikationen
  • Vorhersehbare Probleme bei der Geburt
  • Frühgeburt unter 32 Schwangerschaftswochen
  • Geschätztes Geburtsgewicht unter 1.500g
  • Fehlbildungen beim Ungeborenen
  • Absehbare Erkrankungen des Neugeborenen

 

Es gibt Perinatalzentren der Level 1 und 2. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Spezialisierung, ihrer Ausstattung und des Personals. Nähere Informationen, zum Beispiel hierzu wann die Geburt in einem Perinatalzentrum notwendig ist oder welches Level für welche Kinder empfohlen wird, sehen Sie hier. Zusätzlich finden Sie hier eine Liste aller Perinatal­zentren in Deutschland.
Mitunter liegt das nächste Perinatalzentrum der geeigneten Versorgungsstufe nicht in unmittelbarer Wohnortnähe der werdenden Eltern. Das bedeutet zwar längere Anfahrts­wege, sichert jedoch die optimale medizinische Versorgung Ihres Kindes. Aufgrund dessen arbeiten viele Zentren mit Krankenhäusern in der Region zusammen. Wenn es dem Frühgeborenen gesundheitlich so gut geht, dass es auf die Spezialisten im Perinatalzentrum nicht mehr angewiesen ist, wird das Kind in ein Krankenhaus am Wohnort der Familie verlegt. Auch die Verlegung aus einem Zentrum der höchsten Stufe in ein wohnortnahes Perinatal­zentrum Level 2 ist möglich, falls ein Frühgeborenes noch entsprechenden Unterstützungsbedarf hat. Welche Krankenhäuser miteinander kooperieren, können Sie bei den Krankenhäusern erfragen.

Bei Fragen zur Datengrundlage, Datenherkunft sowie zum Aufbau der Webseite können Sie die Hotline montags bis freitags zwischen 10.00 und 15.00 Uhr unter folgender Telefonnummer (030) 58 58 26 – 462 erreichen. Alternativ können Sie auch eine E-Mail an NICU(at)iqtig.org schicken.

Bitte beachten Sie: Die Auskunft beinhaltet keine Beratung zur Auswahl eines Perinatalzentrums. Hierfür wenden Sie sich bitte direkt an Ihren behandelnden Arzt.

Informationen zu einem bestimmten Perinatalzentrum erhalten Sie, nachdem Sie eine Krankenhaussuche durchgeführt haben. Mit dem Klick auf ein Krankenhaus finden Sie bei den Detailergebnissen auch Informationen zu diesem Perinatalzentrum. Alternativ können Sie das gewünschte Krankenhaus oben rechts in der Karte auswählen. Die Informationen zu diesem Perinatalzentrum werden dann eingeblendet. Über beide Wege finden Sie sowohl die Adresse als auch einen Link zur Webseite des Krankenhauses. Sie können ergänzend die Qualitätsberichte von allen Krankenhäusern in Deutschland auch auf der Webseite des Gemeinsamen Bundesausschusses abrufen. Eine Liste aller Perinatalzentren in Deutschland finden Sie hier.